Lüttringhauser feiern ihren Turnverein mit Pop und Bier unter freiem Himmel

Auf dem Heimatspielgelände stieß der LTV zwei Tage lang auf sein 150-jähriges Bestehen an.

Das Dorf versammelte sich am Samstag und Sonntag auf dem Heimatspielgelände: Hier trafen sich Freunde, Nachbarn und Förderer des LTV bei Pommes, Bier und Livemusik.  Foto: Roland Keusch
Das Dorf versammelte sich am Samstag und Sonntag auf dem Heimatspielgelände: Hier trafen sich Freunde, Nachbarn und Förderer des LTV bei Pommes, Bier und Livemusik. Foto: Roland Keusch

Lüttringhausen. Ganz Lüttringhausen war am Wochenende in Feierlaune. Denn der Lüttringhauser Turnverein (LTV) feierte sein 150-jähriges Bestehen – und hatte deshalb für Samstag und Sonntag auf das malerische Heimatspielgelände mitten ins Dorf eingeladen. Auf dem Programm standen unter anderem große Open-Air-Konzerte und ein sonntäglicher Frühschoppen mit Livemusik von der Jazzmafia.

„Keinen Festakt“ hatte der Vereinsvorstand unter der Führung von Jörg Adams beschlossen. Stattdessen gab es eine Hochglanz-Festschrift mit offiziellen Grußworten und einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Außerdem wurden dort alle Abteilungen des ziemlich genau 900 Mitglieder starken Sportvereins vorgestellt.

Gefeiert wurde am Samstagabend hingegen mit Popsongs von Oliver Hanf and friends. Oliver Hanf, Mitveranstalter der beliebten Soul-Shake-Partys in der Lenneper Klosterkirche, zog mit selbst komponierten und gecoverten Hits auch die jungen Lüttringhauser an. Bis 22.30 Uhr am späten Abend spielte die Band bei freiem Eintritt; bis nach Mitternacht wurde dann noch ohne Musik weitergefeiert.

Am Sonntagnachmittag ging es auf der Heimatspielbühne weiter mit feuriger Latinomusik von Kai Heumann und seinem „Latin Guitar Project“. Der Lenneper Gitarrenkünstler hatte hochkarätige Musiker aus Lateinamerika für sein Projekt begeistern können, und mischte die Latino-Rhythmen mit spanischem Gypsy-Flamenco. Der Kulturkreis im Lüttringhauser Heimatbund war der Veranstalter des Heumann-Konzerts.

Zuhören, tanzen, bei einem Glas Wein oder Bier Freunden und Bekannten „Hallo“ sagen und sich zwischendurch mit äußerst schmackhaften Spezialitäten aus dem Hause Kromberg stärken – das war so richtig nach dem Geschmack der Lüttringhauser.

Dem Sportverein fehlen die Übungsleiter

Christian Wüster, Vorsitzender der Lüttringhauser Volksbühne und Autor zahlreicher Stücke für die Heimatspiele, freute sich über das Leben im alten Freilufttheater hinter der Stadtkirche. „Meist liegt die Spielstätte ja außerhalb der Heimatspielsaison im Dornröschenschlaf.“ Doch mittlerweile werde das Lüttringhauser Kleinod immer häufiger für Veranstaltungen genutzt.

Der LTV wurde im Juli 1869 von 30 Turnern gegründet. Aus dem reinen Männer-Turnverein ist längst ein Sportverein mit einer großen Angebotspalette geworden. Von den 900 Mitgliedern sind etwa 450 Kinder und Jugendliche. „Heute haben wir das Problem, dass Übungsleiter rar sind. Es fehlt an Leuten, die bereit sind, sich dauerhaft zu engagieren“, bedauert der zweite Vorsitzende Frank Hackländer.