Geschichte - Seite 2

 

Die Jahres-Hauptversammlung vom 14. Januar 1888 wählte als Nachfolger von Ewald Müller den Turner Carl Halbach zum 1. Vorsitzenden. Unter seiner Leitung wurde 1889 das 20jährige Stiftungsfest festlich begangen. Am Schluß des Jahres 1889 zählte der Verein 133 Mitglieder und verfügte über ein Vereinsvermögen von 1360 Mark. In einer Hauptversammlung vom 20. September 1890 wurde bekanntgegeben, daß der derzeitige 1. Vorsitzende Carl Halbach sein Amt niedergelegt hat. In der Turnratssitzung vom 8. September 1890 wurde beschlossen, die Neuwahl des 1. Vorsitzenden bis zum Januar 1891 zurückzustellen und den bisherigen 2. Vorsitzenden Rud. Pipersberg mit der Führung der Geschäfte zu beauftragen. Nachdem der 1879 gegründete Bergische Vorturner-Verband, dem der Lüttringhauser Turnverein 1869 beigetreten war, schon nach einem Jahr wieder aufgelöst wurde, trat der LTV 1869 auf Beschluß der Turnratssitzung vom 8. September 1890 dem Wuppertaler Vorturner-Verband bei. Die Jahreshauptversammlung vom 17. Januar wählte den bisherigen 2. Vorsitzenden Rud. Pipersberg zum 1. Vorsitzenden und den damaligen Vereinswirt Walter Starcke, dessen Saal dem LTV 1869 übrigens als Turnhalle diente, zum 2. Vorsitzenden. In der Hauptversammlung vom 15. August 1891 wurde beschlossen, das Schülerturnen einzuführen. Die Ausgestaltung wurde den Vorturnern überlassen. Am 16. Januar 1892 wurde August Böllhoff zum 2. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt führte er 8 Jahre durch, bis ihn die Hauptversammlung vom 13. Januar 1900 zum 1. Vorsitzenden wählte. Zusammen mit Rud. Pipersberg und August Böllhoff waren u. a. während dieser Jahre die Turner Gustav Somborn, Franz Wüstenhagen, Karl Petersen, Adolf Kotthaus, Gustav Diebschlag, Hermann Halbach, E. O. Neveling, C. W. Hasselkus (Ehrenturnwart), Gustav Haag, Hermann Pipersberg, Carl Platte, Fritz Blombach und der spätere 1. Vorsitzende und Ehren-Vorsitzende Heinrich Müller maßgeblich an der weiteren Entwicklung des Vereins beteiligt. Im Jahre 1892 trat der LTV 1869 dem Wuppertaler Gau bei. Jetzt wurde auch größerer Wert auf volkstümliche Übungen und Spiele gelegt. Der Verein hat in der Folge bewiesen, daß er auf diesem Gebiet Anerkennenswertes leistete, wovon viele durch Mitglieder des Lüttringhauser Turnvereins 1869 von auswärtigen Gau- und Vereinsfesten heimgebrachte Eichen-Kränze zeugen. Das 25jährige Stiftungsfest wurde am 14. Juli 1894 in Verbindung mit dem 7. Gauturnfest des Wuppertaler Gaues in würdigem Rahmen gefeiert. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Rud. Pipersberg und des 1. Turnwartes Gustav Somborn wurde ein Fest gefeiert, auf das der Verein noch manches Jahr mit Stolz zurückblicken konnte. Während des Festessens wurde überall der Wunsch laut, recht bald einen Spielplatz mit einer daraufstehenden Turnhalle zu besitzen. Daß sich dieser Wunsch schon teilweise erfüllt hatte, war in erster Linie dem damaligen Bürgermeister Gertenbach zu verdanken. Lüttringhausen war bereits damals im Besitz eines Spielplatzes, wie er hinsichtlich seiner Lage wohl seinesgleichen suchen mußte. Das Deutsche Turnfest 1898 wurde von 14 Mitgliedern besucht. Außerdem im gleichen Jahre das Gauturnfest in Sonnborn, von dem neben dem Turner W. Windgassen noch Wilhelm Hilger und Karl Schlieper sen., als Sieger mit dem Eichenkranz geschmückt, heimkehrten. Der Wunsch, in Lüttringhausen eine Turnhalle zu bauen, veranlaßte die Vereinsleitung, am 29.April 1900 ein Fest zu veranstalten, dessen Reinertrag dem Turnhallenbaufonds zufließen sollte. 261,11 Mark konnte der damalige Kassierer Emil Homberg dem bereits vorhandenen Turnhallenbaufonds von 200,62 Mark hinzufügen. Daß man bereits im Jahre 1900 Miete für die Benutzung eines Turnraumes bezahlen mußte, geht aus dem Bericht über die Generalversammlung vom 3. Februar hervor. Der Turnverein zahlte damals an den Vereinswirt Walter Starcke für die Benutzung seines Saales jährlich 25 Mark Miete. Der Vereinswirt gibt ab 1. Januar 1900 keinen Zuschuß mehr zu Festlichkeiten, übernimmt aber die Verpflegung der Musik. Für die Benutzung des städt. Sport- und Spielplatzes zahlte man damals jährlich 30 Mark an die Stadt Lüttringhausen. Am 14. Juli 1900 wuden auf Vorschlag von Bürgermeister Gertenbach 500 Mark aus der Vereinskasse dem Turnhallenbaufonds zugeführt und somit insgesamt 1000 Mark bei der Städt. Sparkasse Lüttringhausen gegen 4% Zinsen eingezahlt, nachdem man vorher das Konto bei der Volksbank (Stadtkasse) gekündigt und Bürgermeister Gertenbach durch diese Regelung die Miete für den Sportplatz gestrichen hatte. In der Turnratssitzung vom 24. April 1900 wurde beschlossen, in Zukunft das Lokal des Wirtes Ferdinand Tillmanns als Vereinslokal zu benutzen, nachdem sich dieser Wirt bereiterklärte, sein Lokal ebenfalls für 25 Mark Miete jährlich dem Verein zur Verfügung zu stellen. Aus der Niederschrift über die am 11. Januar 1902 stattgefundene Generalversammlung geht hervor, daß der damalige 2. Vorsitzende Gustav Somborn sein Amt niederlegt. An seine Stelle tritt als 2. Vorsitzender der bisherige Turnwart Heinrich Müller und zum Turnwart wurde Karl Schlieper gewählt. Zum Riegenwart bestimmte man mit großer Mehrheit Wilhelm Hilger. In die Amtszeit dieser Turnbrüder fällt u. a. das am 15. Juni 1902 in Lüttringhausen durchgeführte Spielfest des Wuppertaler Turngaues. Dieses Fest wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung Lüttringhausens und der übrigen zum Wuppertaler Turngau gehörenden Städte durchgeführt. 1600 Eintrittskarten wurden verkauft. Auf dem städt. Sport- und Spielplatz herrschte an diesem Tage ein reges Leben und Treiben. Der Wettkampf bestand aus Stemmen, Stabhochsprung und einem 200-m-Lauf. Nachmittags wurden von den zahlreichen Zuschauern mit großem Interesse die Faustball- und Schleuderballspiele verfolgt. Karl Schlieper wurde im Dreikampf 6. Sieger. Am 10. Januar 1903 wurde Heinrich Müller zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt führte er über 2 Jahrzehnte in wirklich mustergültiger Weise zum Wohle des Lüttringhauser Turnvereins 1869 durch. Für seine großen Verdienste, für seine ideale Gesinnung und für seine unermüdliche Schaffenskraft zum Wohle der Turnbewegung ernannte ihn die Jahreshauptversammlung vom 13. Januar 1923, am Tage seines Rücktritts, zum Ehrenvorsitzenden. Dem am 10. Januar 1903 gewählten Vorstand gehörten u. a. Gustav Somborn erneut als 2. Vorsitzender, Karl Schlieper als 1. Turnwart und Wilhelm Hilger als 2. Turnwart an. Die zuletzt genannten beiden Turner nahmen im Laufe mehrerer Jahrzehnte an vielen Wettkämpfen mit Erfolg teil. Auf dem am 14. Juni 1903 in Vohwinkel stattgefunden Gauturnfest des Wuppertaler Turngaues errang Wilhelm Hilger in der 1. Klasse mit 114 Punkten den 7. Kranz, Karl Mohrhenn mit 114 Punkten den 8. Kranz und Karl Schlieper mit 109 Punkten den 12. Kranz. Am 7. Mai 1904 beschloß die Stadtverordneten-Versammlung von Lüttringhausen den Bau einer Turnhalle. Ein lang ersehnter Wunsch aller Lüttringhauser Turner ging in Erfüllung und die von den der damaligen Vereinsleitung angehörenden Turnbrüder in dieser Richtung geleistete Arbeit und gezeigte Opferbereitschaft wurde durch den Entschluß der Stadtverordneten-Versammlung belohnt. Der Lüttringhauser Turnverein zahlte zum Baukapital eine Summe von 3000 Mark (zinslos) und verpflichtete sich außerdem, eine jährliche Miete von 200 Mark zu zahlen. Anläßlich des Richtfestes im Juli 1904 fanden ein öffentliches Schauturnen und Vereinswettkämpfe in volkstümlichen Übungen statt. Am 5. November 1904 konnte der 1. Vorsitzende Heinrich Müller bekanntgeben, daß der Bau der Turnhalle soweit gediehen sei, daß in Kürze mit dem Turnen begonnen werden könnte. Turnlehrer Grüber aus Remscheid erklärte sich bereit, an dem ersten Turnabend die Leitung zu übernehmen. Der am 10. Januar 1903 gewählte Vorstand wurde mit einer Ausnahme am 14. Januar 1905 wiedergewählt. Für den ausscheidenden Schriftführer Walter Maus wurde Wilhelm Halbach in den Vorstand berufen. Auf Vorschlag von Heinrich Müller wurde Bürgermeister Gertenbach am 12. März 1905 in Anerkennung seiner Verdienste um den Turnhallenbau zum Ehrenmitglied des Vereins erklärt. Die offizielle Einweihung der städtischen Turnhalle Lüttringhausen wurde auf den 19. März 1905 festgesetzt. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, als Vertreter des Kreises VIII war Oberturnlehrer Schröter, Barmen, erschienen, sowie der Vertreter des Wuppertaler und des Bergischen Turngaues, der übrigen Lüttringhauser Vereine und der Vereine von Goldenberg und Beyenburg fand die Einweihung in Form eines Festaktes in der Turnhalle nach voraufgegangenem Festzug statt. Den Abschluß dieser für Lüttringhausen denkwürdigen Feier bildete ein Festbankett, zu dem es Frühlingssuppe, Kalbsragout mit Bällchen und Kartoffel gab. Am 13. Januar 1906 wurde Wilhelm Hilger 1. Turnwart und Karl Schlieper 2. Turnwart. Am gleichen Tage wurde beschlossen, möglichst bald eine neue Fahne zu beschaffen, die am 4. August 1906 zum 37. Stiftungsfest eingeweiht wurde. Das 40jährige Stiftungsfest wurde in Verbindung mit dem Gauturnfest des Wuppertaler Turngaues im Juni 1909 gefeiert. Wiederum war der Wuppertaler Gau zu Gast in Lüttringhausen und dank der mustergültigen Vorbereitung durch den Lüttringhauser Turnverein nahm auch dieses Fest einen harmonischen Verlauf. Die damaligen Protokolle berichten von Siegen der Tbr. Fritz Fuhrmann, E. Engels und von einem 4. Sieg des Lüttringhauser Turnvereins im Musterriegenturnen. Im gleichen Jahre fand ferner ein Vereinsturnen statt, aus dem Carl Muskulus in der 1. Abt. als 1. Sieger und Wilhelm Hilger als 2. Sieger, in der 2. Abt. Walter Engels als 1. Sieger, Willy Neumann als 2. Sieger und Alfred Nusch, Tackermühle, als 3. Sieger hervorgingen. Anläßlich des 40jährigen Stiftungsfestes wurde u. a. Walter Maar, der den Verein von 1937 bis 1955 leitete, erwähnt. 1912 wurde er zum Spielwart gewählt. Am 15. Januar 1910 wurde Carl Muskulus 1. Turnwart, der sich im Laufe der folgenden Jahre aufgrund seiner hervorragenden menschlichen und fachlichen Qualitäten große Verdienste erworben hat. Ihm zur Seite stand ab 1913 Walter Maar als 2. Turnwart. Die im gleichen Jahre gegründete Turnerinnen-Abteilung erweiterte den Turnbetrieb sehr. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde sehr viel ersprießliche Arbeit geleistet. Von vielen Mitgliedern wurden in diesen Jahren recht schöne Siege errungen. Diese Erfolge sind alle in der vollständig vorhandenen Vereins-Chronik enthalten. Es würde zu weit führen, sie alle im Verlauf dieser Abhandlung aufzuführen. Während des 1. Weltkrieges kam das Vereinsleben fast ganz zum Erliegen. 125 der Besten wurden zum Heeresdienst eingezogen, 35 liebe Turner kehrten aus dem Kriege nicht in die Heimat zurück. Nach dem Kriege war es schwer, den Turnbetrieb wieder in Gang zu bringen. In der Jahreshauptversammlung vom 8. März 1919 fanden sich aber wieder Männer, die das Vereinsschiff fest in die Hand nahmen. Heinrich Müller wurde weiterhin als 1. Vorsitzender, Gustav Somborn als 2. Vorsitzender bestätigt. Walter Maar übernahm das Amt des Kassierers, Carl Muskulus wurde 1. und August Brocksieper 2. Turnwart, Walter Engels Spielwart und Wilhelm Halbach Schriftführer. Seitens des Ballspielvereins 08 Lüttringhausen und des Lüttringhauser Turnvereins 1869 wurden in den ersten Monaten nach dem Krieg Stimmen laut, die sich für einen Zusammenschluß beider Vereine zum Wohle der Allgemeinheit aussprachen, um somit dem sportlichen Leben in Lüttringhausen mehr Auftrieb zu geben. Am 12. Juni 1919 setzten sich Sportler und Turner an einen Tisch und gründeten den ,Lüttringhauser Turn- und Spielverein 1869". Der Vorstand wurde wie folgt zusammengesetzt: 1. Vorsitzender Heinrich Müller 2. Vorsitzender Willi Scheele 1. Schriftführer Walter Maar 1. Turnwart Karl Muskulus 2. Turnwart August Brocksieper 1. Spielwart Walter Engels 2. Spielwart Wilhelm Hilger 1. Spielführer Fritz Strauch 2. Spielführer Paul Wöhler 1. Ballwart Ernst Hilger 1. Zeugwart Karl Mohrhenn Am 6. und 7. September 1919 feierte man gemeinsam das 50 jährige Stiftungsfest, wiedermal in Verbindung mit dem Gauturnfest des Wuppertaler Turngaues. Karl Muskulus, Karl Mohrhenn und Walter Engels, letzterer war, neben seinem Amt als Spielwart noch als Vorturner in der Damenabteilung tätig, gingen als Sieger hervor. Die Leichtathletik-Abteilung wurde beim Staffellauf 4. Sieger. Die Fußballabteilung spielte zu dieser Zeit mit ihren Mannschaften in der Sonderklasse des Bezirks ,Oberberg". Sie war überall ein gern gesehener Gast und wegen ihres spielerischen Könnens ein geachteter Gegner. Aber bereits am 29. Januar 1921 wurde beschlossen, den früheren Zustand wieder herzustellen. Die Fußball- wie auch die Turnabteilung hatten den Wunsch, einmal als Ballspielverein 08 Lüttringhausen, zum anderen als Lüttringhauser Turnverein 1869 getrennt zu marschieren. Man war einstimmig der Meinung, so die grundverschiedenen Sportarten weitaus besser fördern zu können. Daß für alle Beteiligten aus dieser Trennung nur Gutes ersprießen möge, war der Wunsch aller Versammlungsteilnehmer vom 29. Januar 1921. Heute kann mit Befriedigung und Freude festgestellt werden, daß all die damals geäußerten Wünsche wirklich in Erfüllung gegangen sind. Beide Vereine, im Grunde genommen genau dasselbe Ziel vor Augen, arbeiteten, freundschaftlich zusammen zum Wohle des sportlichen Lebens in unserer Heimatstadt Lüttringhausen. An die Zeit des Zusammenschlusses erinnert der gemeinsam geschaffene und vor der Turnhalle stehende Gedenkstein, auf dem die Namen der Gefallenen beider Vereine des 1. Weltkrieges stehen. Nach vollzogener Trennung wurde ein neuer Vorstand gewählt. 1. Vorsitzender wurde Heinrich Müller sen., 2. Vorsitzender Wilhelm Hilger, Schriftführer Heinrich Herbst, Geldwart Karl Platte, 1. Turnwart Wilh. Schmidt. 2. Turnwart Heinrich Müller jr., Jugendturnwart Karl Mohrhenn sen., Spielwart Werner Wilshaus. Die Damenabteilung sollte ihren Leiter selbst bestimmen. Am 21. Januar 1922 wurde diese Abteilung dann endgültig von Walter Maar übernommen. In diesem Zeitabschnitt wird u. a. der Name des leider zu früh verstorbenen Turners Werner Wilshaus genannt, auf dessen Anregung 1919 eine Musikabteilung gegründet wurde, die bis zum Jahre 1966 bei fast allen Vereinsveranstaltungen mitgewirkt hat. Den Mitgliedern dieser Abteilung ist zu danken, daß manches schöne Fest, durch ihre selbstlose Mithilfe, ohne größere Kosten, durchgeführt werden konnte. Am 13. Januar 1923 wurde Wilhelm Hilger zum 1. Vorsitzenden und Fritz Fröhlich zum 2. Vorsitzenden gewählt. 1924 wurde Hans Felbick 1. Spielwart. Das Deutsche Turnfest 1923 München wurde von mehreren Mitgliedern besucht, obwohl damals große Schwierigkeiten bestanden, aus der Besatzungszone herauszukommen, um in Hagen den Sonderzug nach München zu erreichen. Karl Schlieper, Wilhelm Hilger und Karl Mohrhenn nahmen aktiv teil. Karl Mohrhenn war der erste LTVer, der auf einem Deutschen Turnfest einen Sieg errang. Der Handballsport wurde 1923 in das Vereinsprogramm aufgenommen. Diese neue Abteilung machte recht bald sehr gute Fortschritte und wurde eine der Abteilungen, die den Namen des LTV 1869 weit über die Grenzen Lüttringhausens hinaus trug. Mit dieser Abteilung sind zum damaligen Zeitpunkt die Namen der Mitglieder Willi zur Löwen, Werner und Siegfried Wilshaus, Paul Werninghaus, Willi Henkel und viele andere eng verbunden. Paul Werninghaus, der leider aus dem 2. Weltkrieg nicht zurückkehrte, war von dieser Zeit ab außerdem noch Turnwart und Frauenturnwart. Er hat sich große Verdienste um den Ausbau der Turnabteilungen erworben. Ein denkwürdiger Tag für die Handballabteilung war der 26. Juni 1937. An diesem Tag glückte der Handballabteilung der Aufstieg zur damaligen Bezirksklasse. An diesem Erfolg waren die Turner Hans Fink, Hans Brocksieper, Fritz Naumann, Hugo Bartholomay, Kurt Berghaus, Paul Heuser, Emil Füting, Karl-Heinz Mahnert, Ernst Grau, Karl Engels, Gustav Walminghaus, Fritz Nolte und Hans Hagmann maßgeblich beteiligt. 1927 wurde Karl Muskulus 2. Vorsitzender und Karl Krauskopf Kassierer. Als Kassierer ist er viele Jahre unermüdlich tätig gewesen, bis er 1937 2. Vorsitzender wurde. Karl Krauskopf hat es verstanden, während seiner Amtszeit als Kassierer gesunde Finanzverhältnisse und somit eine gute Grundlage für den weiteren Ausbau des Vereins zu schaffen. Im Jahre 1937 übernahm anstelle von Wilhelm Hilger - Walter Maar den Vorsitz des Vereins. Am Tage seines Rücktritts wurde Wilhelm Hilger zum Ehrenmitglied ernannt. Diese Ehrung sollte ein kleiner Beitrag für seine unermüdliche Schaffenskraft zum Wohle des Lüttringhauser Turnvereins und der gesamten Deutschen Turnbewegung sein. Wilhelm Hilger hat, zusammen mit seinem Vorgänger Heinrich Müller sen., viel dazu beigetragen, daß der Sport- und Spiel-platz, die Turnhalle, der Jahnplatz und die Badeanstalt erbaut wurden. Dafür sind ihm und Heinrich Müller sen. die Lüttringhauser Turner heute noch dankbar. Als Kassierer wurde Karl Krauskopff 1937 durch den Turner Eugen Oelbermann abgelöst, der übrigens als jüngster Rheinländer das Deutsche Turnfest München 1923 besuchte. Eugen Oelbermann war außerdem lange Zeit Jugendturnwart und hat sich noch auf anderen Gebieten des Vereinslebens sehr rege betätigt. Leider war auch er einer der vielen, die aus dem 2. Weltkrieg nicht nach Hause kehrten. Nachdem das 60jährige Stiftungsfest 1929 wieder einmal in Verbindung mit dem Gauturnfest des Wuppertaler Turngaues gefeiert wurde, konnte 1930 ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Die städt. Badeanstalt wurde ihrer Bestimmung übergeben. Von vornherein wurden dem LTV 1869 2 Schwimmabende zugebilligt. Unter Leitung des ersten Schwimmwartes Walter Engels entwickelte sich recht bald ein reger Betrieb innerhalb der Schwimmabteilung. Sie genießt heute in Fachkreisen einen sehr guten Ruf. Kurz nach dem 2. Weltkrieg erfolgte der Beitritt zum Deutschen und Westdeutschen Schwimmverband und zum Ortsverband Wuppertaler Schwimmvereine. Bis zum heutigen Tage ist viel Arbeit in dieser Abteilung geleistet worden. In all den Jahren haben sich immer wieder Männer und Frauen gefunden, die dieser Abteilung neuen Auftrieb gegeben haben. In Einzelkämpfen und Schwimmwettkämpfen, Wasserballspielen usw. wurden sehr schöne Erfolge errungen. Auf die einzelnen Veranstaltungen und Siege einzugehen, würde hier zu weit führen. Herausragende Sieger waren in diesen Jahren u.a. Grete Hülsen, Margret Engels, Karl-Günther Lesche und Günter Unkel. Neben vielen gewonnenen Schwimmwettkämpfen gelang die Erringung der Stadtmeisterschaft Wuppertal durch unsere Jugendwasserballer 1958 unter Leitung von Wilmar Heynen. Unter seiner Leitung gelang den Wasserballern anschließend der Durchbruch zur 2. Liga-West, der sie heute noch angehören. Eng mit der Entwicklung dieser Abteilung verbunden waren neben Walter Engels, Ernst Grau, Fritz Grau, Walter Bollmann, Hans Hagmann, Otto Süther, Erich Fuhrmann, Paul Blombach und Adolf Motte, in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg Hedi Nieland, Margret Ramme, Trude Weber, Ruth aus den Erlen, Ellen Fröhlich, Lotti Küpper, Herbert Maar, Fritz Fröhlich, Rudi aus den Erlen, Karl Enselmann, Ernst-Wilhelm Tillmanns, Karl-Heinz Bollmann, Günter Unkel, Wilmar Heynen, Karl-Günter Lesche, Eugen Engels und Werner Hahn, sowie die Frauen- und Jugendschwimmwartin Gisela Heynen. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde am 15. und 16. Juli 1939 das 70jährige Stiftungsfest in Verbindung mit dem Gauturnfest des Bergischen und Niederbergischen Turngaues gefeiert. Diese Festtage sind uns noch alle in bester Erinnerung. Diese Veranstaltung war für den LTV 1869 ein voller Erfolg. In den Jahren 1933 bis 1939 konnte der LTV 1869 - trotz der Auflösung der Deutschen Turnerschaft - die alten Ziele weiter pflegen. Mitglieder des Vereins nahmen laufend in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg an vielen Turnfesten und sonstigen sportlichen Veranstaltungen in Lüttringhausen, im Raume des Bergischen Turngaues (nachdem der LTV 1869 im Jahre 1934 im Zuge der Neugliederung durch den damaligen Reichsbund für Leibesübungen aus dem Wuppertaler Gau ausscheiden und dem Bergischen Gau beitreten mußte) und des gesamten westdeutschen Raumes teil. In den Siegerlisten finden wir immer wieder die Namen Erich Fuhrmann, Gustav Walminghaus, Ernst Grau, Fritz Grau, Paul Werninghaus, Alfred Bornefeld, Alfred Nusch, Artur Schäfer, Friedel Korten, Helmut Collin, unseren langjährigen Geschäftsführer Karl Somborn, der ebenfalls aus dem 2. Weltkrieg nicht zurückkehrte, Karl Mohrhenn jr., Karl Schlieper jr., Siegfried Wilshaus, unsere unvergessene Maria Berghaus, die außerdem viele Jahre die Frauenabteilung leitete, Herta Neuroth, Edith Werninghaus, Fritz Dahlbeck, Paul Heuser, K. H. Mahnert, Grete Müller und viele andere. Die Deutschen Turnfeste 1929 Köln, 1933 Stuttgart und 1938 Breslau sind allen, die damals dabei waren, noch in guter und bleibender Erinnerung. 1933 wurde Erich Fuhrmann als Nachfolger von Karl Schlieper jr. und Ernst Grau Oberturnwart. Dieses Amt führte Erich Fuhrmann in mustergültiger Weise zum Wohle des gesamten Vereins bis Ende 1959 durch. Während seiner Dienstzeit und während der Jahre russischer Gefangenschaft wurde er durch unseren allzu früh verstorbenen August Wülfing vertreten. Aber wie schon 1914, so machte auch der Ausbruch des zweiten Weltkrieges vieles bis dahin Geschaffene zunichte. Fast alle aktiven Turner wurden zur Wehrmacht eingezogen und allzugroß ist die Zahl derer, die gefallen und vermißt sind. 1945 war es Walter Maar, der das am Boden liegende Vereinsleben wieder in Gang brachte. Ihm und seinen damaligen Getreuen ist es in kurzer Zeit gelungen, dem Verein wieder Richtung und Ziel zu geben. Walter Maar, dessen Verdienste für den Lüttringhauser Turnverein 1869 unbestreitbar sind, wurde im Jahre 1955 durch den seit 1939 als Nachfolger von Eugen Oelbermann amtierenden Kassierer Alfred Nusch abgelöst und Alfred Nusch zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ihm zur Seite standen bis 1960 Karl Enselmann und ab 1961 Günter Werner - der übrigens in den Jahren 1958-1960 noch als Presse- und Schriftwart tätig war - als 2. Vorsitzende. Walter Maar wurde, ebenfalls wie sein Vorgänger Wilhelm Hilger, für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Das Deutsche Turnfest Frankfurt 1948 wurde von 25 Mitgliedern besucht. Das 80jährige Stiftungsfest wurde am 6. und 7. August 1949 in Verbindung mit dem Gauturnfest des Bergischen Turngaues gefeiert. Es waren herrliche Tage, die die Turner und Turnerinnen des Bergischen Turngaues in Lüttringhausen verleben konnten. Die Lüttringhauser Bevölkerung hat sie alle gastfreundlich aufgenommen und die Turnerinnen und Turner, die mit der Ausrichtung dieses großen Festes beauftragt waren, stellten am Schluß mit großer Befriedigung fest, daß es sich lohnt, in einer solchen Gemeinschaft mitzuarbeiten. Die Handballer erkämpften in der Meisterschaft 1947/48 den Aufstieg zur Bezirksklasse, mußten allerdings einige Jahre später wieder in die Kreisklasse zurück. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg haben sich u. a. Gustav Walminghaus, Karl-Heinz Mahnert, Günter Werner, Hans Schatz, Helmut Herfs, Dieter Keune, Gustav Haag, Artur Säger, Werner Timm und Hans Fink sehr um diese Abteilung bemüht. Neben anderen Veranstaltungen, von denen Turnerinnen und Turner, Schwimmer und Handballer oft als Sieger zurückkehrten, wurde das Deutsche Turnfest 1953 Hamburg vom 2. bis 10. August von insgesamt 33 Mitgliedern besucht. Erich Fuhrmann, Gustav Walminghaus und Günter Unkel kehrten als Turnfestsieger zurück. Hier ist vor allen Dingen der 2. Sieg im schwimmerischen Fünfkampf von Günter Unkel als bester Deutscher zu erwähnen. Einen ähnlich zu bewertenden Sieg errang Karl-Günter Lesche am 17. Juli 1949, als er ,Westdeutscher Jugendmeister" über 400-m-Kraul-Schwimmen wurde. Auf Anregung vieler Turner, vor allen Dingen der Jugend selbst, wurde 1955 eine Jugendgruppe gegründet, die bis 1958 Karl-Heinz Bollmann in mustergültiger Form leitete, bis er durch Gustav Botho abgelöst wurde. Außerdem wurde unter maßgeblicher Beteiligung der Turnerinnen Helga Enselmann und Hedi Nieland im Sommer 1958 das Frauenturnen wieder in den Vereinsbetrieb aufgenommen. Das Deutsche Turnfest 1958 München wurde von 35 Turnerinnen und Turnern besucht. Turnfestsieger wurden Erich Fuhrmann, Hans Felbick, Klaus Isenberg, Renate Blask, Karl-Heinz Bollmann, Karl-Günter Lesche, Friedel Müller, Rolf Schröer. Das ,Faustballspiel" wurde in den Jahren nach dem Kriege eifrig betrieben. Die 1. Mannschaft der Turnerinnen, u.a. mit Marie Berghaus, Hilde Pollex, Hedi Nieland, Hildegard Werner, Käthe Bock, Anneliese Glöß usw. spielte einige Jahre in der Gauklasse. In den Jahren 1948-1951 bestand eine Tischtennisabteilung, die jedoch wegen mangelnder Übungsmöglichkeiten mit der Zeit stillgelegt werden mußte. Leichtathletik wird seit 1892 betrieben. Bis zum Beginn des Weltkrieges zeichneten hierfür immer der jeweilige Oberturnwart bzw. Volksturnwart verantwortlich. In den nachfolgenden Jahren leiteten die Leichtathletikabteilung Gustav Walminghaus, Friedel Korten, Werner Hahn, Dieter Kammrath, Armin Hansmann, Bernd Schwartinsky und z. Z. Friedrich Klein. Nicht unerwähnt bleiben darf die Altersturnabteilung, die auf dem Wege unserer langen Vereinsgeschichte sich öfters als ein Rückgrat des Vereins erwiesen hat. Seit 1956 hat sie neuen Auftrieb bekommen. Es ist mit Freuden festzustellen, was für ein reges Leben und Treiben unter der fachkundigen Leitung von Erich Fuhrmann innerhalb dieser Abteilung zu verzeichnen ist. In diesem Zusammenhang ist auch die Frauenabteilung zu erwähnen. Sie wurde zeitweite von Doris Buchmüller, Gertrud Kotthaus und auch Monika Klatt geleitet. Durch die Inbetriebnahme der Turnhalle Klausen hat diese Abteilung unter der Leitung von Hildegard Werner einen enormen Aufschwung genommen. Daß die Abteilungen der Kinder, Schüler und Schülerinnen sowie der weiblichen und männlichen Jugend in den Jahren nach dem letzten Krieg einen mehr als erfreulichen Aufstieg zu verzeichnen haben, ist ein Verdienst der jeweils dort amtierenden Übungsleiter und Übungsleiterinnen, so z. B. Gustav Walminghaus, Artur Säger und Karl-Heinz Kohrs für die Handballabteilung, Gisela Heynen, Lotti Küpper, Wilmar Heynen, Helmut Becker, Karl-Heinz Bollmann und Rolf Burghoff für die Schwimmabteilung, Hedi Nieland, Christel Fischer, Doris Buchmüller, Monika Klatt, Hildegard Werner, Helga Enselmann, Walter Fuhrmann, Erhard Glöss, Wolfgang Büchel für das Fachgebiet Turnen und Gisela Ellenberger und Klaus Karpinski für die Leichtathletik-Abteilung. Sie haben alle - z. T. schon in jungen Jahren - mit viel Liebe und beachtlichem Können bei vollem Verständnis für die Belange der Jugend, erfolgreiche Arbeit geleistet. ,Wer die Jugend hat, hat auch die Zukunft". In dieser Erkenntnis haben sie gearbeitet und somit wesentlich zum Fortbestand und erfolgreichen Ausbau des LTV 1869 e. V. beigetragen. Als ein bedeutendes Ereignis auf dem Wege der 100 jährigen Vereinsgeschichte ist das am 13. und 14. Juni 1959 durchgeführte 90 jährige Stiftungsfest in Verbindung mit dem Gauturnfest des Bergischen Turngaues anzusehen. Diese Festtage waren nicht nur für den Verein selbst, sondern darüber hinaus für Lüttringhausen und den Bergischen Turngau ein unvergeßliches Erlebnis. Alle Festteilnehmer haben während der Festtage nur frohe, erbauliche Stunden im Kreise Gleichgesinnter in Lüttringhausen erleben dürfen, an die sie sich noch recht oft und gern erinnern. Am 27. April 1958 wurde erstmalig unter Leitung von Wilmar Heynen ein Jugendwasserball-Turnier um den Wanderpreis des RGA ,Der Bergische Schmied" durchgeführt. Dieses Turnier, das in den nachfolgenden Jahren noch öfter wiederholt wurde, war für die damalige Jugendmannschaft des LTV 1869 e. V. die beste Vorbereitung auf die sie zu erwartenden Aufgaben als Senioren-Mannschaft. Die unter der Leitung von Wilmar Heynen geleistete Arbeit innerhalb der Wasserball-Abteilung fand ihre Krönung mit Abschluß der Sommerspielzeit 1965 durch den Aufstieg in die 2. Liga-West. Man hatte die abgelaufene Saison als Erster der Landesliga mit 20:0 Punkten abgeschlossen. Am 21.08.1959 fand im Städtischen Hallenbad Lüttringhausen ein Schwimmvergleichskampf zwischen dem Schwimm-Club Delphin IGUALADA Spanien und dem LTV 1869 e. V. statt. Für beide Vereine war diese Veranstaltung ein einmaliges Erlebnis. Der Präsident des SC IGUALADA sagte, bevor ein Bus die Gäste aus Spanien entführte: ,Wir haben den Wettkampf gewonnen und sind darüber froh. Noch größer aber ist unsere Freude darüber, daß es beiden Vereinen über die Grenzen hinaus gelungen ist, über den Sport ein freundschaftliches Verstehen für viele Jahre herbeizuführen". Am 6. Juli 1962 übernahm Günter Werner anstelle von Alfred Nusch das Amt des 1. Vorsitzenden, das er bis zum heutigen Tage mit sehr viel Liebe und Verständnis, aber auch mit sichtbarem Erfolg zum Wohle des gesamten Vereins ausübt. Inzwischen ist die Mitgliederzahl, z. T. bedingt durch die Ausweitung von Lüttringhausen und die Inbetriebnahme der Turnhalle in Klausen, von damals 400 auf 900 angestiegen. Für den am 5.2.1965 zurückgetretenen 2. Vorsitzenden Friedel Korten trat Alfred Nusch wieder in den Vorstand ein und übernahm außer dem Posten des 2. Vorsitzenden noch die Ämter als Sozial- und Pressewart. Anfang 1966 faßte der Vorstand des LTV 1869 e. V. den Entschluß, den Judo-Sport in das Vereinsgeschehen mit einzubeziehen. Die nachfolgenden Jahre haben gezeigt, daß dieses Vorhaben für den LTV 1869 e. V. mit sehr viel Erfolg, nicht nur auf sportlichem Gebiet, sondern auch in Bezug auf die Erweiterung des Vereins, verbunden ist. Diese Abteilung, die anfänglich behelfsmäßig im GEDORE-Saal trainierte, aber im Juni 1966 in die Turnhalle am Jahnplatz einziehen konnte, ist bereits heute zu einem Begriff im deutschen Judo-Sport geworden. Als erster Abteilungsleiter fungierte Ferdi Bornefeld, der nach einiger Zeit durch Wiethold Labenz abgelöst wurde. 1969 wurde Horst Jandt Leiter der Judo-Abteilung. Die Betreuung der Jugend der Judo-Abteilung obliegt Rolf Berg und für die weiblichen Mitglieder ist Inge Hildebrandt verantwortlich. Diese Warte haben bis zum heutigen Tage gemeinsam mit dem technischen Leiter der Judo-Abteilung - Hans-Jürgen Schmitz - sehr viel Arbeit für diese Abteilung getan und daß sie erfolgreich ist, davon künden laufend die sportlichen Erfolge nicht nur im engeren Bereich, sondern auch auf nationaler und internationaler Ebene. Hans-Jürgen Schmitz und Paul Klenner sind bereits heute Mitglieder der Deutschen Nationalmannschaft. Die Handballabteilung, um die sich in den letzten Jahren Günter Werner trotz seiner vielen Arbeit als 1. Vorsitzender gekümmert hat, schaffte 1968 unter der technischen Leitung von Gerd Wollenburg den Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Inzwischen ist Harald Gies Handballwart geworden. Die Hallenspielzeit 1968/69 wurde ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. Die Leichtathletikabteilung, deren technische Leitung in der letzten Zeit in den Händen von Dieter Kammrath gelegen hat, kann ebenfalls auf ein gutes Abschneiden zurückblicken. Sie ist eine der erfolgreichsten Mannschaften des Kreises Remscheid. Gisela Ellenberger wurde 1968 Niederrheinmeisterin über 400 m, qualifizierte sich für die Deutschen Jugend-meisterschaften und nimmt wie H. J. Schmitz und Paul Klenner von der Judo-Abteilung an Vorbereitungslehrgängen für die Olympiade 1972 in München teil. Vom 7. bis 15 Juni 1969 feierte der LTV sein 100jähriges Vereinsjubiläum. Diese gut organisierte Veranstaltung zeigte nicht nur breiten Schichten der Bevölkerung sondern auch den anwesenden Vertretern der Fachverbände die erfolgreiche Arbeit des LTV auf sportlicher, sozialer und kultureller Ebene. Durch die Erschließung neuer Wohngebiete ist seit Mitte der 60iger Jahre die Bevölkerung Lüttringhausens erheblich angewachsen. Dies hatte auch positive Auswirkungen auf die Mitgliederzahl des Vereins, die seitdem kontinuierlich anstieg. Dem LTV gehören zur Zeit mehr als 1250 Mitglieder an, die von über 40 Übungsleitern und Helfern betreut und ausgebildet werden. Dieser Mitgliederstrom konnte nur durch die Inbetriebnahme der Sporthalle Lüttringhausen 1973 und die ab 1975 vorhandenen zusätzlichen Trainingsmöglichkeiten für Schwimmer und Wasserballer im Gartenhallenbad Lennep bewältigt werden. Eine weitere erfolgreiche Maßnahme wurde 1977 durch die Übernahme der ehemaligen Jugendräume der Sporthalle Lüttringhausen in eigener Regie durchgeführt. Hier hatte zunächst in einem Raum die Vereinsjugend eine lang ersehnte Heimstätte gefunden. Die übrigen Räumlichkeiten sind dank tatkräftiger Unterstützung des Sport- und Bäderamtes sowie der Bezirksvertretung Lüttringhausen zu einer idealen Trainings- und Wettkampfstätte der 1977 gegründeten Billardabteilung geworden, die seit einigen Jahren alle Räume in Eigenregie nutzt. Anlaß, den Billardsport ins Sportprogramm aufzunehmen, war der Übertritt des Billardclubs Remscheid-Laspert zum LTV. Das Anwachsen des Mitgliederbestandes hatte Ende der 60iger Jahre zur Folge, daß verschiedene organisatorische Änderungen innerhalb der Vereinsführung erforderlich waren. In der Richthofenstr. 44 (Braun'sches Haus) wurde ein Geschäftszimmer eingerichtet, das man im März 1976 durch zusätzliche Räume erweiterte. Das Finanzwesen wurde neu organisiert. Seit 1973 wird die Beitragskasse von Charlotte Küpper zentral geführt, so daß das Aufnahmeverfahren und der Einzug der Beiträge nicht mehr in den einzelnen Abteilungen abgewickelt werden mußte. Seit 1973 haben 6 Lüttringhauser Sportvereine (Lüttringhauser TV, Goldenberger TV, BV 08, Radsportverein Adler, TC Kranerhof, FC Klausen) unterstützt durch die Stadt Remscheid, eine Reihe von Fusionsgesprächen geführt. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im ,Haus Tillmans" am 14.11.1975 wurde der vom Vorstand eingebrachte Antrag (Satzungsänderung sowie Auflösung des LTV und gleichzeitig Beitritt zu einem neuen örtlichen Großverein) bei großer Beteiligung der Mitglieder und unter erregten Diskussionen mit 59 : 25 Stimmen bei 10 Enthaltungen abgelehnt. Damit war bis zum heutigen Tage ein Schlußstrich unter ein Vorhaben gezogen worden. Auf der Jahreshauptversammlung 1976 wurde Klaus Beltz zum Geschäftsführer gewählt. Er löste Peter Stursberg ab, der seit 1974 erstmals im LTV diese Funktion ausgeübt hatte. Weiterhin wurde beschlossen, die Mitglieder Alfred Nusch (2. Vorsitzender), Klaus Beltz (Geschäftsführer) und Gerhard Wollenburg (Handballwart) mit der Ausarbeitung einer neuen Vereinssatzung, einer Jugend- und Ehrenordnung zu beauftragen. Die auf der Jahreshauptversammlung 1977 vorgelegten Entwürfe wurden einstimmig angenommen und bilden abgesehen von einigen Änderungen bis heute den rechtlichen Grundstein für eine moderne und erfolgreiche Vereinsführung. Seit Januar 1978 wurde die Mitgliederkartei durch die EDV der Stadt Remscheid erstellt bis der Verein 1992 eine eigene EDV-Anlage bekam. Seit 1977 nimmt der LTV jeweils am 1. Adventsonntag zusammen mit vielen anderen Lüttringhauser Vereinen am Lüttringhauser Weihnachtsmarkt teil. Bis zum heutigen Tag haben die ehrenamtlichen Helfer der verschiedenen Abteilungen (Judo, Wasserball, Turnen, Handball, Jedermann u.a.) den erzielten Erlös gemeinnützigen Zwecken zufließen lassen. Das Neujahrskränzchen - schon seit der Jahrhundertwende ein erfolgreiches Vereinsfest - erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Dieses letzte verbliebene Fest wird bis heute genutzt, um treue LTVer für ihre 25 bzw. 5Ojährige Mitgliedschaft oder für besondere Leistungen den Verein betreffend zu ehren. Zunächst war Rolf Berg Festausschußvorsitzenderg, später übernahm dieses Amt Max Paffrath. Früher feierte man im ,Saal Tillmanns", seit 1993 in der Mehrzweckhalle der Adolf-Clarenbach-Schule. Eines aber blieb immer gleich: Das Programm war und ist ,haus-füllend", was in unserer heutigen, fernseh-verwöhnten Zeit nicht selbstverständlich ist. Die Jugendversammlung wählte Anfang l978 ihre neue satzungsgemäße Jugendvertretung. Nachdem Rolf Berg, seit 1969 Jugendwart, nicht mehr kandidierte, wurden Gustav Adolf Kölsch zum Jugendwart und Birgit Kunick zur Jugendwartin gewählt. Für die Jugendarbeit steht dem LTV seit 1977 der von der Stadt Remscheid gemietete Raum in der Sporthalle Lüttringhausen zur Verfügung. 1979 feierte der LTV in der Festwoche vom 14. - 19. Mai das 5Ojährige Bestehen seiner Schwimmabteilung und das 11Ojährige Bestehen des LTV. Am offiziellen Festabend im Haus Tillmanns konnte der 1. Vorsitzende Günter Werner zahlreiche Glückwünsche von den Vereinen und Verbänden entgegennehmen. Im September 1979 wird erstmals für den Vorstand und die Übungsleiter/innen ein kleines Fest veranstaltet, das in den folgenden Jahren bis heute in unregelmäßigen Abständen wiederholt wurde. Es war und ist ein ,Dankeschön" des Vereins für die ehrenamtlich geleistete Arbeit im LTV. Seit Anfang der 80iger Jahre wird vom Vorstand (Organisatorin Charlotte Küpper) in der Weihnachtszeit ein Kaffeekränzchen für die älteren Mitglieder veranstaltet, das bis heute lebhaften Zuspruch findet. Im Jahr 1980 treten im geschäftsführenden Vorstand erhebliche Änderungen ein. Der 1. Vorsitzende Günter Werner und der 2. Vorsitzende Alfred Nusch treten auf der Jahreshauptversammlung am 07.03.1980 zurück. Mit Gerhard Wollenburg (l. Vorsitzender), Max Paffrath (2. Vorsitzender und Geschäftsführer), Klaus Beltz (2. Vorsitzender und sportlicher Leiter), den Kassiererinnen Charlotte Küpper (Beitragskasse) und Sylvia Komor (Finanzen) wurde ein neuer Vorstand gewählt. 1993 wurde Anita Koslowski neue Beitragskassiererin, Gustav Adolf Kölsch, von 1981-1988 sportlicher Leiter, wurde von Horst Unkel abgelöst. Sie leisten bis heute erfolgreiche Arbeit im Vorstand zum Wohle des LTV. Als Jugendverteter sind bis heute tätig gewesen: Rolf Berg, Gudrun Heil, Angelika Paffrath, Birgit Kunick, Gustav Adolf Kölsch, Sabine Weiden, Odilo Enkel, Martin Wüstenhagen, Sönke Görke,Evelyn Adams, Peter Schulte. Unser Verhältnis zu übergeordneten Organisationen und Fachverbänden ist immer gut gewesen. Dies beweist die immerwährende Mitarbeit von Mitgliedern des LTV in diesen Gremien. So war z. B. Walter Maar im Remscheider Turn- und Sportverband und im Bergischen Turngau. Erich Fuhrmann, Werner Hahn, Rolf Burghoff, Hildegard Werner, Günter Werner, Adolf Kölsch und Doris Buchmüller waren ebenfalls Mitglieder im Bergischen Turngau; Gisela Heynen war im Schwimmausschuß des Rheinischen Turnerbundes, Trude Weber im Schwimmausschuß des Westdeutschen Schwimmverbandes tätig. Später waren Adolf Kölsch als 1. Vorsitzender des Stadtsportbundes Remscheid langjährig (bis 1991), Sahine Weiden und Gustav Adolf Kölsch im Jugendausschuß des SSB und Rolf Burghoff als Wasserballwart im Ortsverband Schwimmen sowie Alfred Nusch im Ehrenrat des Bergischen Turngaus vertreten. Seit 1987 ist Günter Unkel verantwortlich für das Seniorenschwimmen in der SG Remscheid. Nachdem in den letzten Abschnitten der Vereinsgeschichte über die Organisation des LTV berichtet wurde, soll nochmals auf die sportliche Entwicklung eingegangen werden. Durch die Gründung neuer Abteilungen (Judo, Billard, Taekwon-Do, ,Jedermann", Volleyball) und durch verschiedene Kursangebote (Jazzdance, Aerobic, Entspannung) hat sich das Bild des Gesamtvereins in den letzten 25 Jahren wesentlich verändert. Um das Sportangebot weiter auszudehnen, fehlten aber die entsprechenden Sportstätten. Endlich wird 1988 die Sporthalle an der Adolf- Clarenbach-Schule eingeweiht. Dies war in erster Linie ein Verdienst des damaligen Rektors der Schule, Herrn Neuking. Er war es, der zusammen mit der Elternpflegschaft und den Vereinen, insbesondere des LTV, den Neubau möglich gemacht hat. Damit war der Grundstein für weiteren Freizeit- und Seniorensport gelegt. Blickt man heute in die Zukunft, so wird die bisher so erfolgreiche Arbeit des Lüttringhauser TV in Frage gestellt. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage und der damit verbundenen angespannten Haushaltslage der Stadt Remscheid werden sich ab 1. Mai 1994 die Vereine an den Unterhaltskosten der Sportstätten (Hallenbenutzungsgebühren) beteiligen müssen. Eine Beitragserhöhung war daher unumgänglich. Weitere Erhöhungen sind angekündigt. Können dann nur noch Besserverdienende Mitglied in einem Turn- oder Sportverein sein? Kann der LTV noch seine sozialpolitische Aufgabe für die Gesellschaft erfüllen? Die Verantwortlichen im Rat und in der Verwaltung der Stadt Remscheid werden dies bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen haben, damit auch der Lüttringhauser Turnverein wie alle anderen Vereine für die weitere Zukunft zum Wohle seiner Mitglieder - ganz besonders aber für seine 600(!) Kinder und Jugendliche - tätig sein kann.


Stand Oktober 2005